Die chemsuisse ist ein Zusammenschluss von Vertretern der kantonalen Fachstellen für Chemikalien (cs-KFCH). Die Fachstellen für Chemikalien vollziehen die kantonalen Aufgaben des Chemikalienrechts. Dabei steht die Marktüberwachung von Stoffen, Zubereitungen, Biozidprodukten, Pflanzenschutzmitteln und Düngern im Vordergrund.

Die Vollzugsstellen sind je nach Kanton einem andern Amt zugeteilt. In einigen Kantonen sind sie bei den Kantonalen Laboratorien (Lebensmittelkontrolle) angesiedelt. In anderen Kantonen sind sie Teil der Umweltschutzämter oder gehören zum Bereich der Kantonsapotheker. Die chemsuisse ist daher die einzige Organisation, welche die Vertreter der Vollzugsstellen für Chemikalien aller Kantone zusammenschliesst. In mehreren Kantonen vollziehen die Chemikalien-Fachstellen ausserdem weitere Gesetzgebungen wie die Störfallverordnung, die Gefahrgutbeauftragen-Verordnung und weitere Umweltschutz-Gesetzgebungen (Altlasten, Abwasser). Einige betreiben noch die Sammelstellen für Sonderabfälle.

Die chemsuisse verfolgt folgende Ziele

  • Zusammenarbeit mit den zuständigen Bundesämtern
  • Erfahrungsaustausch zwischen den Kantonen
  • Erarbeitung von Hilfsmitteln für die Betriebe für den Vollzug
  • Weiterbildung der Mitglieder
  • Mitarbeit bei der Revision der gesetzlichen Bestimmungen im Bereich Chemikalien

Im Blick auf den raschen Wandel im Chemikalienrecht und den grossen Umfang der auch in der Schweiz massgeblichen EG-Richtlinien nimmt die Information sowie Aus- und Weiterbildung der Mitglieder einen grossen Stellenwert ein.

Die Arbeit der chemsuisse wird in den vier Regionalgruppen, verschiedenen Arbeitsgruppen und dem Vorstand geleistet. Ausserdem sind Mitglieder der chemsuisse in Arbeitsgruppen der Bundesämter (BAG, BAFU, Seco, BLW) aktiv. Wichtige Veranstaltungen für den Informations- und Erfahrungsaustausch stellen die regelmässig stattfindenden gesamtschweizerischen und regionalen Arbeitstagungen dar. Die Vertreter der Bundesämter sind ständige Gäste bei den Veranstaltungen der chemsuisse. Es wird auch ein Austausch mit anderen Organisationen angestrebt.

Geschichte

Die Gesellschaft Schweizerischer Giftinspektoren GSG wurde 1973 als Verein der im Vollzug der damals neuen eidgenössischen Giftgesetzgebung tätigen Personen der Kantone, des Bundes und des Fürstentums Liechtenstein, den Giftinspektoren, gegründet. Die Gesetzgebungslandschaft im Bereich Chemikalien hat sich im Laufe der Zeit verändert. So ist in den achtziger Jahren die Stoffverordnung zum Umweltschutzgesetz dazugekommen, deren kantonaler Vollzug in den meisten Kantonen den damaligen Giftinspektoraten übertragen wurde. Die Marktkontrolle im Bereich der Dünger und Pflanzenschutzmittel obliegt seit einigen Jahren ebenfalls den Kantonen. Sie wird mehrheitlich von den Chemikalien-Fachstellen wahrgenommen. Mit der Einführung des neuen Chemikalienrechts hat die GSG 2005 eine Totalrevision der Statuten und den Namenswechsel zu chemsuisse – Kantonale Fachstellen für Chemikalien durchgeführt.