Gefahrstoffliste

Derzeit überarbeiten wir die interne Vorlage für die Gefahrenstoffliste. Aus diesem Grund wollte ich mich darüber informieren, welche Inhalte der Gefahrenstoffliste vorgeschrieben sind. Können Sie mir darüber Auskunft geben?

Die Gefahrstoffliste ist in der Schweiz nirgends rechtsverbindlich geregelt.
Typischerweise geht es darum, den Überblick zu behalten, welche Chemikalien (Name) mit welchen gefährlichen Eigenschaften wo und in welchen Mengen gelagert werden. Oft wird eine solche Liste im Zusammenhang mit einem Brandschutzplan oder bei grösseren Betrieben zur Störfallvorsorge erstellt.

Eigenschaften:
- Je nach Zweck des Verzeichnisses werden die Eigenschaften nach Chemikalienrecht (Sicherheitsdatenblatt Abschnitt 2.2) und / oder die Gefahrenklassen nach ADR/SDR (SDB Abschnitt 14) verwendet.

Identifikation:
- Die Kollegen vom Brandschutz möchten oft noch die UN-Nummer des Stoffes / Produktes sehen, weil die Feuerwehr ihre Einsatzakten danach sortiert hat. Die UN-Nummer finden Sie im Sicherheitsdatenblatt (auch Abschnitt 14).

Unter folgendem Pfad finden Sie eine Vorlage der kantonalen Umweltschutzämter für eine solche Liste.

https://awel.zh.ch/internet/baudirektion/awel/de/betriebe_anlagen_baustellen/betriebe/bewilligungen_genemigungen/lagerung_von_stoffen.html

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Vorlage Gefahrstoffliste

Transport von Chemikalien

Wo genau finde ich im Gesetz die Kennzeichnung von Gefahrengut? Wie müssen wir die Ware kennzeichnen für den Transport?

Falls Sie Ihre Güter per Post versenden, finden Sie hier weitere Informationen:
https://www.post.ch/de/geschaeftlich/themen-a-z/sendung-aufgeben/gefahrgut-aufgeben/gefahrgut

Die wichtigsten allgemeinen Gefahrgutvorschriften finden Sie hier:
https://www.astag.ch/wissen/sicherheit-gefahrgut/gefahrgutvorschriften/

Das Amt für Verbraucherschutz AG hat dazu eine ganz neue Broschüre erarbeitet:
https://www.ag.ch/de/dgs/verbraucherschutz/chemiesicherheit/transport/Transport.jsp

Da es sich um eine komplexe Gesetzgebung handelt empfehlen wir Ihnen aber dringend, einen Spezialisten (Gefahrgutbeauftragten) beizuziehen. Ab einer gewissen Menge / Gefährlichkeit, ist dies sogar obligatorisch.

Rubrik Ätherische Öle

Sicherheitsdatenblatt notwendig?

Verwende seit kurzem diverse biologische Reinigungsprodukte wie z.B.: XY Universalreiniger auf Orangenöl Basis, Zusammensetzung Ingredients (INCI): aqua, cocoglucoside, alcohol, citrus aurantium dulcis oil, limonene derived from natural ingredients. Ist für dieses Produkt ein Sicherheitsdatenblatt obligatorisch?

Grundsätzlich benötigt das Produkt XY Universalreiniger aufgrund des Inhaltsstoffes "Limonen", der einen Arbeitsplatzgrenzwert aufweist, ein Sicherheitsdatenblatt. Das Sicherheitsdatenblatt ist vom Hersteller oder Importeur zu erstellen. Zusätzliche Informationen finden sich in den Merkblättern A01 und C02.

Sofern das Produkt in der Schweiz vertrieben/verkauft wird, ist der Hersteller verpflichtet das Produkt im Produkteregister der Anmeldestelle für Chemikalien des Bundesamts für Gesundheit zu melden. Zudem muss dieser auch die Verpackung, die Produktetikette sowie das entsprechende Sicherheitsdatenblatt nach den schweizerischen Vorschriften erstellen.

Der XY Universalreiniger wird unter anderem mit folgenden Eigenschaften beworben: hohe Reinigungskraft, fettlösend und desinfizierend. Biozide (z.B. Desinfektionsmittel oder Produkte die als "desinfizierend" angeboten werden) benötigen eine schweizerische Zulassung (siehe Merkblatt B03). Das erwähnte Produkt wird als "desinfizierend" angeboten und fällt daher in diese Kategorie!

Rubrik persönliche Schutzmittel (PSA)

Wo können persönliche Schutzmittel bezogen werden?

Einer unserer Mitarbeiter hat gestern an einer Tagung ein Schutzset mit Schutzbrille, -maske und -handschuhe erhalten. Nun wollte ich nachfragen, ob wir dieses Set von Ihnen beziehen können oder ob Sie wissen, wo wir die Schutzsets bestellen können?

Dieses Schutzset wurde vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Rahmen der Cheminfo-Kampagne erarbeitet und verteilt. Es garantiert keinen Schutz bei höheren Belastungen durch Chemikalien. Die kantonalen Chemikalienfachstellen verteilen keine solchen Schutzsets.

Allenfalls kann es noch beim BAG bezogen werden. Dazu empfehlen wir Ihnen, eine Nachricht zu senden an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Für weitere Schutzausrüstung finden Sie Produkte verschiedener Anbieter auf der Plattform der SUVA: www.sapros.ch.

Rubrik Sicherheitsdatenblatt

Broschüre «Das Sicherheitsdatenblatt für chemische Produkte»

Die Broschüre des Bundesamtes für Gesundheit kann man hier beziehen: https://www.cheminfo.ch/informationsmaterial/informationsmaterial-bestellen.html

Bereitstellung des Sicherheitsdatenblattes

Wann muss ein Händler ein SDB abgeben? Wann wird ein Produkt als gefährlich/nicht gefährlich eingestuft?
Des Weiteren gibt es ein Merkblatt betreffend Transportvorschriften ADR/RID, wie versendet resp. kennzeichnet man ein Paket korrekt?

Händler und Hersteller müssen jeder Person, die beruflich oder gewerbsmässig mit gefährlichen Stoffen und Zubereitungen umgeht, spätestens mit der ersten Lieferung ein Sicherheitsdatenblatt übermitteln. Privaten Verwendern muss das Sicherheitsdatenblatt auf Anfrage ausgestellt werden.
Als gefährlich gelten nach Chemikaliengesetz Artikel 3 Stoffe und Zubereitungen, die das Leben oder die Gesundheit durch physikalisch-chemische oder toxische Wirkung gefährden können. Stoffe und Zubereitungen, die mit mindestens einem Gefahrenpiktogramm und/oder mindestens einem Gefahrensatz gekennzeichnet sind, gelten als gefährlich. Stoffe und Zubereitungen, die keine Gefahrenpiktogramme und Gefahrensätze aufweisen, gelten als nicht gefährlich. Wir möchten hier noch darauf hinweisen, dass nicht alle Hersteller Ihre Sorgfaltspflicht wahrnehmen und Ihre Stoffe und Zubereitungen korrekt kennzeichnen. Demzufolge kann auch von Stoffen und Zubereitungen, die nicht gekennzeichnet sind, eine potentielle Gefahr ausgehen.
Basierend auf den H-Sätzen können gefährliche Chemikalien als Gruppe 1 und/oder Gruppe 2 Stoffe und Zubereitungen klassiert werden. Eine Definition der Chemikaliengruppen 1 und 2 finden Sie im Angang 5 der Chemikalienverordnung oder im Merkblatt C04 der chemsuisse.
Chemikalien der Gruppe 1 sind akut toxische Stoffe und Zubereitungen, die häufig kanzerogene, mutagene und/oder reproduktionstoxische Eigenschaften aufweisen, sie werden auch als CMR-Stoffe (c; cancerogen, m; mutagen, t; teratogen) bezeichnet. Explosive und pyrotechnische Chemikalien gehören ebenfalls zur Gruppe 1. Die Abgabe von Stoffen und Zubereitungen der Gruppe 1 an private Verwender ist verboten, für die Abgabe an berufliche Verwender muss der Sachkenntnisnachweis erbracht werden. Chemikalien der Gruppe 2 können unter anderem ätzende, organschädigende und selbstentzündliche Eigenschaften aufweisen. Sie dürfen nur von Personen mit einem Sachkenntnisnachweis und nicht in Selbstbedienung (nicht frei zugänglich) an private Verwender abgegeben werden. Mehr Informationen zum Thema Sachkenntnis bei der Abgabe finden Sie im Merkblatt C04 der ChemSuisse.

Die ChemSuisse bietet keine Merkblätter zum Thema Transportvorschriften ADR/RID an. Kontaktieren Sie hier die zuständige, kantonale Vollzugsstelle für die Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GGBV)

Bereitstellung des Sicherheitsdatenblattes im Grosshandel

Sind wir als Grosshändler verpflichtet Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung zu stellen oder können wir die Sicherheitsdatenblätter bei uns auf der Homepage hinterlegen?

Im Grosshandel (d. h. bei der Abgabe von Chemikalien an berufliche Kundinnen oder Wiederverkäufer) müssen Sicherheitsdatenblätter unaufgefordert und aktiv abgegeben werden. Sie können per Mail oder auf Papier verschickt oder der Lieferung beigelegt werden. Die Bereitstellung von Sicherheitsdatenblättern auf der Website ist freiwillig und eine gute Dienstleistung gegenüber den Kunden. Sie ersetzt aber nicht die gesetzliche Abgabepflicht.

Archivierung von Sicherheitsdatenblättern

Laut Art 23. ChemV ist das Sicherheitsdatenblatt solange im Betrieb aufzubewahren, solange mit dem betreffenden Produkt umgegangen wird.
Ich habe zusätzlich hierzu Verweise auf die Verordnung EG 1907/2006 gefunden. Hier steht in Art 36, dass Informationen während eines Zeitraums von mindestens zehn Jahren nach der letzten Verwendung des Stoffes zur Verfügung stehen müssen. Nun bin ich unsicher: muss ich alte Sicherheitsdatenblätter oder alte Versionen von Sicherheitsdatenblätter archivieren? Und wenn ja wie lang?

Die Aufbewahrungsvorschrift nach REACH gilt in der Schweiz grundsätzlich nicht. Die entsprechende chemikalienrechtliche Anforderung (Art. 23 ChemV), wonach das Sicherheitsdatenblatt (SDB) solange im Betrieb aufbewahrt werden muss, solange mit dem betreffenden Produkt umgegangen wird, ist nicht näher präzisiert. Wir würden dies im Hinblick auf die Umsetzung der erforderlichen Massnahmen für den Schutz der Gesundheit und der Umwelt dahingehend interpretieren, dass zu jeder „Version“ eines Produkte (z. B. wenn die Rezeptur geändert hat) das zugehörige alte SDB behalten werden sollte. Falls sich das Produkt nicht verändert, genügt dann jeweils die letzte Version des SDB.

Wer jedoch im Hinblick auf etwaige zivilrechtliche Vorgänge lückenlos dokumentiert sein möchte, muss alle erhaltenen SDBs sammeln und nach Verwendungsende noch 10 Jahre aufbewahren!

Sicherheitsdatenblatt notwendig?

Verwende seit kurzem diverse biologische Reinigungsprodukte wie z.B.: XY Universalreiniger auf Orangenöl Basis, Zusammensetzung Ingredients (INCI): aqua, cocoglucoside, alcohol, citrus aurantium dulcis oil, limonene derived from natural ingredients. Ist für dieses Produkt ein Sicherheitsdatenblatt obligatorisch?

Grundsätzlich benötigt das Produkt XY Universalreiniger aufgrund des Inhaltsstoffes "Limonen", der einen Arbeitsplatzgrenzwert aufweist, ein Sicherheitsdatenblatt. Das Sicherheitsdatenblatt ist vom Hersteller oder Importeur zu erstellen. Zusätzliche Informationen finden sich in den Merkblättern A01 und C02.

Sofern das Produkt in der Schweiz vertrieben/verkauft wird, ist der Hersteller verpflichtet das Produkt im Produkteregister der Anmeldestelle für Chemikalien des Bundesamts für Gesundheit zu melden. Zudem muss dieser auch die Verpackung, die Produktetikette sowie das entsprechende Sicherheitsdatenblatt nach den schweizerischen Vorschriften erstellen.

Der XY Universalreiniger wird unter anderem mit folgenden Eigenschaften beworben: hohe Reinigungskraft, fettlösend und desinfizierend. Biozide (z.B. Desinfektionsmittel oder Produkte die als "desinfizierend" angeboten werden) benötigen eine schweizerische Zulassung (siehe Merkblatt B03). Das erwähnte Produkt wird als "desinfizierend" angeboten und fällt daher in diese Kategorie!

Rubrik Selbstkontrolle

Formular nach CLP

Gibt es ein neues Formular nach CLP für die Selbstkontrolle?

Die Schweizer Chemikaliengesetzgebung ist grösstenteils mit der EU Gesetzgebung harmonisiert und demzufolge richten sich die Vorschriften im Merkblatt C02 „Selbstkontrolle“ inhaltlich nach der CLP-Verordnung.

Rubrik Schulen

Persönliche Schutzmittel

Versenden Sie persönliche Laborschutzausrüstungen (Schutzbrillen, Handschuhe etc.) und Unterrichtsmaterialien an Kindergärten und Schulen ?

Die chemsuisse versendet keine persönlichen Schutzausrüstungen wie z.B. Schutzbrillen und Labormäntel. Unterrichtsmaterialien für Kindergärten und Schulen finden Sie auf der chemInfo Homepage des Bundes (www.cheminfo.ch).

Lagerung - Filter für Giftschrank

Wegen vermeintlicher schlechter Luft im Vorbereitungszimmer des Chemiezimmers wurde der Filter unseres Giftschranks zum Thema. Unser Giftschrank wird aktiv entlüftet und es wurde festgestellt, dass der Filter etwa 10 Jahre alt ist. Der neue Filter kostet gemäss Offerte CHF 1200 (Molekular- und Vesikularfilter Typ VF4AS). Im Internet sind wir auf Entlüftungsaufsätze gestossen, die einen Aktiv-Kohle-Filter haben, der ca. CHF 170 kostet. Ist es nötige für unseren Einsatzzweck einen solchen teuren Filter anzuschaffen oder reicht eine Aktiv-Kohle-Filter?

Das benötigte Filtermaterial hängt von der Art der Dämpfe ab, welche von den im Schrank aufbewahrten Chemikalien ausgehen können. Aktivkohle absorbiert organische Dämpfe (z. B. von Lösungsmitteln, brennbaren Flüssigkeiten). Für anorganische Stoffe (Salzsäure, Ammoniak etc.) sind andere Filtermaterialien erforderlich.

Den geeigneten Filtertyp sollten Sie abhängig von den gelagerten Stoffe mit dem Lieferanten absprechen. Allenfalls müsste man überlegen, ob die Abluft aus dem Schrank nicht ins Freie geführt werden kann. Es geht ja nicht um das Absaugen von Dampf oder Rauch beim Experimentieren, sondern nur um eine Belüftung der Schränke mit sehr geringer Belastung.

In jedem Fall könnte das Problem reduziert werden, wenn undichte und/oder nicht mehr benötigte Gefässe entsorgt werden. Typische Sündenböcke sind Salzsäure, konzentrierte Salpetersäure (und evtl. konzentrierte organische Säuren wie Essigsäure, Ameisensäure), Ammoniak und Formaldehyd in alten Gebinden oder Flaschen mit Stopfen.

Rubrik Kennzzeichnung

Kennzeichnung von nicht gefährlichen Zubereitungen

Muss nach Schweizer Chemikalienrecht auf Produkten ein Symbol aufgebracht werden, dass aus einer grünen oder roten Raute besteht, in welchem "no GHS Symbol" steht? Es handelt sich um ein nach CLP als "nicht gefährlich" eingestuftes Produkt.

Die chemikalienrechtliche Gefahrenkennzeichnung kennt keine grünen Piktogramme - nur rote. Beim Transport gefährlicher Güter gibt es grüne Gefahrenzettel, diese sind aber auf der ganzen Fläche grün. Die rot umrandeten Piktogramme sind für nicht gefährliche Produkte nicht erforderlich.
Die mit «No GHS Symbol» ausgedruckten Quadrate entstehen typischerweise auf vorgedruckten Etiketten. Diese werden aus Preisgründen mit vorgedruckten farbigen Umrandungen für verschiedene Produkte in grösserer Stückzahl hergestellt, damit nachher für das Eindrucken der produktspezifischen Angaben nur noch ein Schwarzweiss-Drucker verwendet werden muss. Weil die Anzahl der Piktogramme nicht für alle Produkte gleich ist, ergeben sich teilweise leere Rahmen. Um klarzustellen, dass hier kein Piktogramm vergessen wurde, müssen diese dann ganz ausgeschwärzt oder mit einem Hinweis «No-Pictogram» oder ähnlich ausgefüllt werden.

Kennzeichnung in nur einer Amtssprache

Können die Etiketten von chemischen Produkten in nur einer Amtssprache oder in Englisch gekennzeichnet werden?

Die Kennzeichnung von gefährlichen Stoffe und Zubereitungen (Produkte) muss für die Abgabe an private Verwender in mindestens zwei Amtssprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch) erfolgen. Textilwaschmittel, Reinigungs- und Desodorierungsmittel dürfen mit nur einer Landessprache gekennzeichnet auch an private Verwender abgegeben werden.
Im Einvernehmen mit einzelnen beruflichen Verwendern können Stoffe oder Zubereitungen (Produkte) in nur einer Amtssprache oder in Englisch gekennzeichnet werden.

H- und P-Sätze in französischer und italienischer Sprache

Um einige Produkte zu beschriften, muss ich die alten R- + S-Sicherheitshinweise durch H- + P-Sicherheitshinweise ersetzen. Wo finde ich die H- und P-Sätze in Französisch und Italienisch?

Infos zur GHS-Kennzeichnung inklusive einer Auflistung der H- und P-Sätze finden Sie im Merkblatt A11. Die Merkblätter sind in allen drei Landessprachen vorhanden. Um auf die jeweilig gewünschte Landessprache zu gelangen, klicken Sie oben rechts auf der chemsuisse Homepage auf DE, FR oder IT.

Rubrik Import

Wer darf Chemikalien importieren?

Dürfen wir als Firma chemische Produkte aus dem Ausland beziehen? Wie zum Beispiel Hände- und Flächendesinfektionsmittel (Sterillium, Bacillol)? Sind die Richtlinien in der Schweiz die gleichen wie im Ausland?

Chemikalien dürfen aus dem Ausland zur beruflichen Verwendung oder zum Weiterverkauf importiert werden. Es sind jedoch spezielle Regelungen zu beachten. Als Importeur sind sie den Herstellern rechtlich gleichgestellt (siehe Merkblatt A01), d.h. die gesetzlichen Regelungen für Hersteller gelten auch für Importeure.
Sie sind verpflichtet die Kennzeichnung sowie das Sicherheitsdatenblatt für die Chemikalie (Stoffe und Zubereitungen) anzupassen. Die Pflichten entfallen, wenn Sie die Chemikalie ausschliesslich zum Eigenbedarf importieren und nicht an Dritte abgeben. Des Weiteren müssen Chemikalien, wenn sie gewerblich in die Schweiz gebracht werden, innert 3 Monaten nach Inverkehrbringen zur Aufnahme in das Produkteregister gemeldet werden. Das Produkteregister dient der Notfallauskunft (siehe Merkblatt A08).
Zusätzliche Regelungen gelten für Biozidprodukte (z.B. Flächendesinfektionsmittel), diese müssen, bevor sie in Verkehr gebracht werden, in der Schweiz zugelassen sein (siehe Merkblatt B03).
Die chemikalienrechtlichen Bestimmungen der Schweiz sind grösstenteils mit denjenigen der EU harmonisiert.

Rubrik Fachbewilligung

Wo finden sich die Inhaber von Fachbewilligungen?

Ich arbeite als Bademeister in einem Wellnesshotel in St. Moritz. Gerne möchte ich wissen, welche Person bei Ihnen als Fachbewilligungsinhaber Badewasserdesinfektion gemeldet ist?

Angaben zu den jeweiligen Fachbewilligungsinhabern erhalten Sie bei der verantwortlichen Vollzugsstelle (Badewasserkontrolle oder Chemikaliensicherheit) Ihres Kantons.

Was bedeutet die geforderte Weiterbildung?

Im Merkblatt A17 Fachbewilligung für den Umgang mit Kältemitteln Ver. 6.1 - 02/2017 steht, auf Seite 2 unter Punkt: "Wie lange ist eine Fachbewilligung gültig?", dass ein Fachbewilligungsinhaber zur Weiterbildung verpflichtet ist. Nun meine Frage: Es steht nichts genaueres zu den Abständen (lediglich regelmäßig) der Weiterbildungen und auch nichts über erforderliche Nachweise zu Weiterbildungen. Gibt es genauere Vorschriften zu den Weiterbildungen? Vorschriften zur Dokumentation der Weiterbildungen?

Die Art und die Häufigkeit der Weiterbildung sind nicht explizit geregelt. Es wird nur geregelt, dass "wer eine Fachbewilligung besitzt und entsprechend tätig ist, sich regelmässig über den Stand der besten fachlichen Praxis informieren und sich weiterbilden muss".
Die Weiterbildungspflicht kann über den Besuch fachbezogener Kurse im Bereich Kälte-/Klimatechnik von Firmen oder Verbänden wahrgenommen werden. Auch das regelmässige Lesen von Fachzeitschriften kann als Weiterbildung betrachtet werden. In Betrieben können Mitarbeiter intern über geänderte Vorschriften und den Stand der Technik informiert werden. Die Ausbildungen sollten, wie andere Weiterbildungen / Instruktionen auch, soweit möglich dokumentiert werden.
Bei länger zurückliegender Prüfung oder nach längerer branchenfremder Tätigkeit kann allenfalls ein erneuter Fachbewilligungskurs erforderlich werden. In Anlehnung an andere Bereich gehen wir davon aus, dass das Fachwissen ohne zwischenzeitliche Weiterbildung typischerweise nach 5 Jahren veraltet ist.

Anerkannte Berufe

Ich bin Automobil-Mechatroniker mit Lehrabschluss im Jahre 2013. Ich finde mich in der Liste der anerkannte Berufsausbildungen. Benötige ich noch ein zusätzliche Fachbewilligung Kältemittel?

Der erwähnte Ausbildungsabschluss gilt auch als Fachbewilligung. Deren Inhaber braucht kein zusätzliches Dokument mehr. Die neuste Liste mit den anerkannten Berufsausbildungen finden Sie hier: Bundesamt für Umwelt

 

Rubrik Chemikalienrecht

PBT- und vPvB-Stoffe

Könnten Sie mir sagen wo ich eine Auflistung der PBT- und vPvB-Stoffe finden kann?

Stoffe mit PBT und vPvB Eigenschaften gehören zu den sogenannten SVHCs den „besonders besorgniserregenden Stoffen“ („Substances of Very High Concern“). SVHCs sind chemische Verbindungen, die unter der REACH Verordnung mit besonders gefährlichen Eigenschaften identifiziert worden sind. Diese Stoffe können schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen oder auf die Umwelt haben. Die „besonders besorgniserregenden Stoffe“ sind in Anhang 3 der Chemikalienverordnung gelistet oder auf der Homepage der ECHA (European Chemicals Agency) unter folgendem link www.echa.europa.eu/candidate-list-table abrufbar.

Rubrik Chemikalien-Ansprechperson

Wer muss eine Chemikalien-Ansprechperson melden?

Müssen alle Betriebe eine Chemikalienansprechperson melden? Zudem wird in Merkblatt C03 zwischen unaufgeforderter Mitteilungspflicht und Mitteilung auf Anfrage unterscheiden. Auf Basis welcher Grundlage wird diese Aussage gemacht?

Nicht alle Betriebe müssen der kantonalen Vollzugsbehörde eine Chemikalienansprechperson CAP melden. Melden müssen nur diejenigen, die beruflich oder gewerblich mit gefährlichen Stoffen und Zubereitungen umgehen.
Stoffe und Zubereitungen gelten als gefährlich, wenn sie mit mindestens einem Gefahrenpiktogramm und/oder mindestens einem Gefahrensatz gekennzeichnet sind. Stoffe und Zubereitungen, die keine Gefahrenpiktogramme und Gefahrensätze aufweisen, gelten als nicht gefährlich.
Die unaufgeforderte Mitteilungspflicht betrifft berufliche oder gewerbliche Verwender von Holzschutzmitteln, Begasungsmitteln, Schädlingsbekämpfungsmitteln und Mitteln zur Desinfektion von Gemeinschaftsbädern. Zudem müssen Hersteller und Importeure von gefährlichen Stoffen und Zubereitungen, sowie Betriebe, die mit Gruppe 1 und/oder Gruppe 2 Produkten handeln, die CAP unaufgefordert melden. Alle übrigen Betriebe und Bildungsstätten müssen den Vollzugsbehörden die bezeichnete CAP nur auf Anfrage hin mitteilen.
Das Eidgenössische Departement des Innern EDI regelt die Mitteilungspflicht und legt Form und Inhalt der Mitteilung fest.

Rubrik Schulung

Merkblätter

Für eine interne Schulung benötige ich diverse Merkblätter, können Sie mir diese bitte zusenden?

Die chemsuisse versendet keine Merkblätter, diese können direkt von der Homepage heruntergeladen werden.
Weitere Informationen und Dokumente zum Bestellen finden Sie auf der chemInfo Homepage des Bundes (www.cheminfo.ch).

Sind die Merkblätter auch in englischer Sprache verfügbar?

Nein, die Merkblätter der chemsuisse sind nur in den drei Amtssprachen Deutsch, Französisch und Italienisch erhältlich.